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Pressemitteilung:  Braucht Ilmtalklinik 30 Kinderbetten - Kooperation mit Neuburg ?
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Versorgungslücke Kindermedizin im Herzen Oberbayerns für Eltern unakzeptabel. Familienvater sammelte 1500 Unterschriften: JA zur Kinderstation. Neuburg lehnt Kooperationsmodell bisher ab. Vermittler Landrat Eichner sucht Lösung, besuchte Ilmtalklinik...



Kurz-Info

Seit 1984 gibt es an der Ilmtallinik Betten für die Geburtshilfe. Bisher kümmerte sich eine Frauenarztpraxis aus Pfaffenhofen um den Betrieb. Zu Jahresbeginn wurde die Geburtshilfe in eine eigene Hauptabteilung umgewandelt mit angestellten Ärzten der Klinik. Trotzdem fehlt bisher eine Kinderklinik. Denn ohne Kindermedizin kann leider nicht jedes Baby in der Ilmtallinik bleiben. Wenn Infusionen oder intravenöse Medikamentation notwendig werden, können kleine Kindern bisher nicht in der Pfaffenhofener Klinik aufgenommen werden. Z.B. Lungenentzündung, Gehirnhautentzündung, Infektionen mit hohen Fieber oder bei Unfällen mit Gehirnerschütterung, stumpfe Bauchverletzung lassen sich nur von speziell ausgebildeten und erfahrenen Kinderärzten sicher behandeln.

Deshalb beschloss der Aufsichtsrat bereits vor 2 Jahren eine zusätzliche Station für Kindermedizin neu einzurichten. Aber von dieser Idee sind bisher noch nicht alle begeistert. Vor allem die Neuburger Kinderklinik hat Bedenken und sieht im "Konkurrenten" aus Pfaffenhofen eher Nachteile für den eigenen wirtschaftlichen Betrieb. Zuständig für die Genehmigung ist aber das Gesundheitsministerium von Sozialministerin Christine Haderthauer aus Ingolstadt. Eltern und Kinder zwischen den Mühlen von Ministerium und Politik.









Inhaltsübersicht

- Vertagung im Krankenhausplanungsausschuss
- Bedarfsanalyse Kinderbetten
- Unterstützung außerhalb Klinik
- Kooperations-Modelle
- Unterversorgung in PAF
- Synergie mit Geburtenstation
- Vermittler Landrat Eichner besucht Ilmtalklinik











Vertagung im Krankenhausplanungsauschuss

Bei der letzten Sitzung Anfang Mai wurde im 10-köpfigen -> Krankenhausplanungsauschuss des Gesundheitsministeriums der Antrag der Ilmtalklinik auf Einrichtung einer Kinderstation mit 30 Kinderbetten vertagt. Landrat Eichner aus Landsberg wurde als Mitglied des Landkreistages beauftragt, zwischen der -> Kinderklinik "St. Elisabeth" in Neuburg und der -> Ilmtalklinik zu vermitteln. Siehe aktuelle Presse-Mitteilung LRA zum Schluss des Berichts




Marco Woedl, Geschäftsführer der Ilmtalklinik




Der amtierende Landrat Anton Westner und Marco Woedl, der Geschäftsführer der Ilmtalklinik, wirkten in einem pafnet-Interview im Mai nicht glücklich über die Vertagung des Antrags. Denn seit Jahren schon wünschen sich die Familien im Landkreis eine Kinderstation. Deshalb beschloss der Aufsichtsrat bereits vor 2 Jahren eine zusätzliche Station neu einzurichten. Insgesamt wurden schon drei Anträge gestellt. "Der bayerische Krankenhausplanungs-ausschuss im Gesundheitsministerium muss unseren Antrag aber erst genehmigen. Wir können nicht einfach ohne Genehmigung Kinderbetten bei uns dazubauen," erklärte Marco Woedl: "Am liebsten wäre es uns gewesen, der Ausschuss hätte jetzt einfach mal über auf unseren Antrag konkret entschieden. Denn nur mit einem Bescheid in der Hand könnten wir weitere verbindliche Schritte unternehmen"

-> Krankenhausplan 2010
10 Mitglieder Krankenhausplanungsausschuss siehe dort letzte Seite













Bedarfsanalyse Kinderbetten

2008 hatten die Ilmtalklinik im 1. Antrag nur 10 Betten für die neue Kinderstation geplant, jetzt fordert sie 30 Betten. Denn die Ilmtalklinik hat letzes Jahr die kindermedizinische Versorgung für unsere gesamte Region 10 sehr fundiert überprüfen lassen. Die Analyse und Berechnung auf Basis aktuellster Einwohnerzahlen ermittelte für die Landkreise ND,PAF,IN,EI überraschenderweise sogar einen Mehrbedarf. Der aktuelle Bedarf für klinische Kindermedizin läge demnach nun bei 78 Betten. Trotz steigender Einwohnerzahlen gibt es aber nur 70 Planbetten, die bisher in der Kinderklinik Neuburg bzw. in Außenstelle Ingolstadt untergebracht sind.


Speziell für das Einzugsgebiet der Ilmtalklinik in Pfaffenhofen und Mainburg ergab die Analyse eine Unterversorgung von 26 Betten. Hinzu kämen noch 5 weitere Betten für Kinderchirurgie. Die Kinderkliniken Neuburg / Ingolstadt könnte also den Bedarf in ihrem Einzugsgebiet demnach z.B. mit 78-26=52 statt bisher 70 Betten decken. Aus Sicht von Marco Woedl sind dies mögliche Größenordnungen, mit der beide Parteien ihre kindermedizinische Versorgung wirtschaftlich und trotzdem leistungsfähig betreiben könnten.












Unterstützung außerhalb Klinik

Die gesamte "regionale Ärzteschaft, regionale Wirtschaftsführer wie Prof. Dr. Claus Hipp, Gutachten von Herrn RA Prof. Quaas, der Kreistag und viele Eltern wie z.b. die Aktion von Thomas Herzer mit 1500 Unterschriften zeigen die große Unterstützung für die Pfaffenhofener Ausbau-Pläne auch außerhalb der Klinik.

-> 1.500 Unterschriften für Kinderklinik gesammelt 07.05.2010


Thomas Herzers war als Familenvater selbst schon mal konfrontiert mit der fehlenden Kinderstation anlässlich eines Pseudokrupp-Anfalls seines ersten Sohnes. Nun hat er zusammen mit seiner Frau vor wenigen Tagen die Geburt seines zweiten Sohnes gefeiert. Sobald er aus dem "Gröbsten" raus ist, plant er seine Unterschriften-Aktion diesmal landkreisweit auszubauen in Kooperation mit Kindergärten und Arztpraxen. Wer ihn dabei unterstützen möchte kann ihn kontaktieren per Email unter Thomas.Herzer [at] freenet.de













Kooperations-Modelle

Die Klinik Neuburg lehnte eine Kooperation mit der Ilmtalklink bisher ab. Auf der Neuburger Klinik-Homepage wurde ihr Geschäftsführer mit den Worten zitiert: "Wir stellen die Betten dort auf, wo der größte Bedarf ist." Das genau scheint auch das Motto der Ilmtalklink zu sein. Die beiden Kliniken in Neuburg und Ingolstadt zeigen bereits, wie erfolgreich Kooperationen für beide Seiten sein kann. Auch die Ilmtalklinik kooperiert erfolgreich z.B. mit dem -> Krankenhaus Mainburg, mit der TU München und jetzt mit dem benachbarten Neubau der -> Danuvius Klinik. Auch Neuburg könnte von der angestrebten Kooperation gut profitieren. Denn ca. 30 Prozent der zukünftigen Pfaffenhofener Kinderpatienten würde eher zu den schwereren Fälle gehören, welche die Ilmtalklink zu einem Kooperationspartner verlegen könnte z.b. nach Neuburg und weniger nach München. Sollte das Kooperations-Modell mit Neuburg auch nach Eichers Vermittlungsbemühungen scheitern, müsste sich die Ilmtalklinik wohl andere Kliniken als Kooperationspartner suchen.













Unterversorgung in PAF

Das Klinikum Ingolstadt hat 2009 seine Kooperation mit Neuburg von 6 auf nun sogar 20 Kinderbetten wegen der Unterversorgung im Einzugsgebiet um Ingolstadt ausgebaut. Der Pfaffenhofener Antrag mit 10 Betten wurde deshalb vom Ministerium leider zurückgestellt auf Kosten unserer Unterversorgung hier in Pfaffenhofen. In unserem Einzugsgebiet Pfaffenhofen/Mainburg gibt es 4450 stationäre Kinderpatienten pro Jahr. Davon gehen ca. 500 Patienten nach Neuburg. Fast 90% der Kinderpatienten wandern also andere, vor allem in die Münchner Kinderkliniken ab. Wenn der Krankenhausplanungsausschusses den Pfaffenhofener Antrag genehmigt, könnte die Ilmtalklink auf ihrer dann eigenen Kinder-Station ca. 2000 Kinderpatienten pro Jahr versorgen.










Synergie mit Geburtenstation

Seit 1984 gibt es an der Ilmtallinik Betten für die Geburtshilfe. Bisher kümmerte sich eine Frauenarztpraxis aus Pfaffenhofen um den Betrieb. Die geburtshilfliche Abteilung in Mainburg musste letztes Jahr schließen. In Schrobenhausen steht sie immer wieder auf der Kippe. Deshalb war das bisherige Belegarzt-System an der Ilmtalklinik wirtschaftlich nur schwer aufrecht zu erhalten. Zu Jahresbeginn wurde die Geburtshilfe deshalb in eine eigene Hauptabteilung umgewandelt mit angestellten Ärzten der Klinik um Chefarzt Dr. Peter Jezek.

Ein wirtschaftlicher Betrieb der neuen Hauptabteilung wäre dauerhaft besser gesichert, wenn mindestens 1000 Mütter pro Jahr dort entbinden würden. Das würde ca. eine Verdopplung der bisherigen Geburtenzahl bedeuten. Nach Einschätzung von Chefarzt Dr. Peter Jezek ein realistisches Ziel, sobald die Eltern auch eine gute kindermedizinische Versorgung rund um die Geburt ihre Babys in Pfaffenhofen vorfänden, und er selbst leichte Risikoschwangerschaften nicht mehr in andere Kliniken weiterschicken muss. Er kann Eltern gut verstehen, die aufgrund der bisher fehlenden Kinderstation z.b. lieber in München entbinden, weil sie kein Risiko eingehen wollen.

-> Neue Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe an Ilmtalklinik (08.06.2010)




Chefarzt Dr. Peter Jezek









Vermittler Landrat Eichner besucht Ilmtalklinik



Landrat Walter Eichner aus Landsberg


Bei einem kurzfristig anberaumten Termin besuchte gestern der vom bayerischen Landkreistag eingesetzte Vermittler Walter Eichner die Ilmtalklinik Pfaffenhofen. Der amtierende Landrat Anton Westner und Geschäftsführer Marco Woedl erläuterten Eichner, der Landrat des Landkreises Landsberg, den Antrag der Pfaffenhofener Klinik, die Behandlung von Kindern zu verstärken und dazu an der Ilmtalklinik eine eigene Kinderabteilung einzurichten.

Ferner bestehe der Vorschlag bzw. Wunsch mit der Kinderklinik "St. Elisabeth" in Neuburg weiterhin eng zusammenzuarbeiten. Insbesondere wurde auch der tatsächlich bestehende Bedarf für eine gesundheitliche Versorgung von Kindern an der Ilmtalklinik nochmals verdeutlicht, so Anton Westner nach dem Gespräch. Der Landkreis habe seine "guten Argumente" vorgebracht und Eichner habe "aufmerksam zugehört". Es sei auch der aus Pfaffenhofener Sicht gegebene "Mehrwert" einer Kooperation mit der Klinik St. Elisabeth in Neuburg dargelegt worden.

In Pfaffenhofen hofft man nach wie vor, dass die Vorteile, die es im Fall einer Zusammenarbeit für beide Seiten geben würde, in Neuburg positiv gesehen werden. Der Fokus liege klar auf einer Zusammenarbeit mit einer Klinik innerhalb einer Region. Sowohl Westner als auch Woedl sehen sich auf ihrem Weg nicht nur durch die Kommunal- und Landtagsabgeordneten unterstützt, sondern finden bei ihrem Vorhaben, Kinderbetten in der Ilmtalklinik aufzustellen auch eine große Zustimmung in der Bevölkerung. Anton Westner: "Man sieht, dass die Menschen dieses Thema bewegt. Ich werde bei fast jeder Gelegenheit dazu angesprochen. Wir haben die breite Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger."

(aus aktueller Presse-Mitteilung LRA PAF)









Anmerkungen

Die Redaktion von pafnet.de hatte auch die Klinik und den Landrat aus Neuburg um ein Interview gebeten. Leider wollen sich beide aktuell nicht zum Thema äußern. Eltern und Kinder zwischen den Mühlen von Ministerium und Politik.


weitere Berichte zum Thema beim DK


-> Kinderklinik: Vermittler Eichner besucht Neuburg

....Vermittler Eichner sagte auf Nachfrage am Montag gegenüber dem PK – ohne auf Einzelheiten des Gesprächs in Neuburg einzugehen –, dass er generell einen Sinn darin sehe, wenn Landkreise zusammenarbeiten. Als Vorbild nannte er die federführend auch von ihm initiierte Zusammenarbeit von mehreren Landkreisen und Städten beim Unternehmensverbund "Kliniken des Bezirks Oberbayern – Kommunalunternehmen"...

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Details
Kategorie:Nachrichten - Bayern
Eingetragen am:11.06.2010 15:55
Eingetragen von:demokrates
Link:Babygalerie ilmtalklinik
Kontaktpersonen:demokrates karinNa
Quelle:Div. Recherchen + PM Landkreis Pfaffenhofen
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